Schwerer Fehler

17. Februar 2009

Der neue Petitionsserver des Bundestages ist derzeit überlastet und nicht erreichbar. Dabei ist das System erst ein halbes Jahr alt. Zur Zeit läuft nur eine einzige größere Petition: heute, am letzten Unterzeichnungstag, gegen 11 Uhr, hatte diese ca. 48 600 Unterschriften. Pro Minute kommen derzeit ca. 8 Unterschriften hinzu (für ein System, das sicher etliche Tausende gekostet hat, kaum als Riesenansturm zu bezeichnen, nicht wahr?) Alle anderen laufenden Petitionen haben nur einen Bruchteil davon und sind somit kaum Ursache für die Überlastung.

Ob die nötigen 50 000 Unterschriften überhaupt erreicht werden können, wird sich morgen zeigen. Man darf gespannt sein. Im besten Falle ist das nur die normale Inkompetenz der Verantwortlichen. Von Bösartigkeit wollen wir (vorerst) mal nicht reden.

Das sinkende Schiff

15. Dezember 2008

Ratten sind (je nach Ansicht mehr oder wenige possierliche) Tierchen, die sich von menschlichen Abfällen ernähren; nicht zu verwechseln mit FDP-Chef Schmidt, der sich von menschlichen Steuergeldern ernährt.

FDP-Schmidt schlägt vor, dass Arbeitslose ja Ratten fangen könnten, um sich ein Zubrot zu verdienen. Pro Ratte soll dann 1 Euro gezahlt werden. Die Arbeitslosen kontern, sie würden dann statt auf Ratten lieber Jagd auf Berliner FDP-Politiker machen.

Fragt sich nur, wer da 1 Euro pro Stück zahlen sollte.

Kostenreduktion nach Bahnprivatisierung

12. Dezember 2008

Erste Experimente mit führerlosen Zügen:

Die Burgenlandbahn GmbH schafft immerhin schon 40 km.

Die Häfen und Güterverkehr Köln kommt erstmal nur auf 6 km, aber der erste Zug mit dieser Technik sorgte trotzdem für einen Durchbruch!

Flucht in Etiketten

16. November 2008

Diverse englischsprachige Medien vermelden derzeit eine spektakuläre Flucht aus der JVA Willich, bei der sich ein Mann selbst in einem Postpaket verschickt haben soll. Seltsamerweise lassen sich keine deutschen Quellen für diesen Vorfall finden. Außerdem sind die Fakten, je nach Quelle, immer leicht abgewandelt:

  • In der einen Meldung ist von einem 42(!)jährigen türkischen Staatsbürger die Rede, in der anderen ist es Drogenhändler Hans Lang (so ähnlich heißen auch immer die deutschen Bösewichte in Hollywoodfilmen).
  • Teilweise ist von einem FedEx-Paket die Rede, obwohl diese Firma in Deutschland nicht sehr verbreitet ist, schon gar nicht im Tür-zu-Tür-Geschäft.
  • In einer Meldung schlitzt der Ausbrecher die LKW-Plane auf, in der anderen knackt er das Schloss von innen.

Da kann man sagen, was man will, aber die ganze Meldung klingt für mich wie eine typische Großstadtlegende.

Politik nach Nummern

19. September 2008

Hartz-IV-Opfer müssen auf Anweisung ihre Kontoauszüge vorzeigen, weil man da anhand regelmäßiger Überweisungsbeiträge für Zeitungen und Parteibeiträge ihre politische Einstellung überprüfen kann. Ach nein, sie dürfen ja den Empfänger schwärzen. Na zum Glück wissen wir, was alles so kostet in Deutschland. Hier mal die Tabelle zum Nachschlagen für den Sachbearbeiter.

1,50-3,00 Parteibeitrag „Die Linke“
5,00 Parteibeitrag CDU
5,00-8,00 Parteibeitrag SPD
8,00 Parteibeitrag FDP
23,20 Neues Deutschland
31,95 Frankfurter Rundschau
37,50 F.A.Z.

Ge-XXXXXXXA-t

17. September 2008

Der Mobilfunkanbieter O2 manipuliert verschlüsselte Mailverbindungen seiner Kunden. Da muss man nicht Sherlock Holmes sein, um zu wissen, warum.

Man kann ja sonst nicht viel schlechtes über Mozilla sagen, aber: Told you so. Andere Programme sind da schon weiter.

Herr Meier und Herr Müller

6. September 2008

Im LKA Thüringen ist gerade dicke Luft. Beamte haben sich seit vielen Jahren ein kleines Zubrot ergaunert. Der Sumpf ist tief. So tief, dass eine Kontrollgruppe, eine Untersuchungsgruppe, eine Inspektionsgruppe und zwei Arbeitsgruppen bisher keinen einzigen Fall aufarbeiten konnten.

Nachweise verschwanden, die Büroräume der Prüfer mit den Akten waren öfters „aus Versehen“ nicht abgeschlossen, wichtige Unterlagen wurden abgeschickt, kamen aber nie an, die Datei mit dem Abschlussbericht wurde gelöscht und alle Ausdrucke waren auch zufällig weg.

Jetzt stellen wir uns mal folgendes vor: Herr Meier aus dem LKA, Abteilung Computerkriminalität, hat auch ein bisschen geschummelt mit seinen Überstunden. Zu den Aufgaben von Herrn Meier gehört die Ermittlung mittels des neuen Werkzeugs „Online-Durchsuchung“. Außerdem hat Herr Meier Zugriff auf die 6 Monate lang gespeicherten Verbindungsdaten der gesamten Bevölkerung. Für rein dienstliche Zwecke, versteht sich.

Jetzt weiß Herr Meier auch noch, dass einer der Prüfer die belastenden Unterlagen auf seinem Computer zu Hause gespeichert hat (wohl aus gutem Grund, siehe oben). Mit den Verbindungsdaten und seiner Online-Durchsuchungs-Software könnte sich Herr Meier Zugriff auf den Privatrechner des Prüfers verschaffen und alle Daten auf dessen Festplatte unwiederbringlich löschen. Das würde ihn nur einige Mausklicks und 5 Minuten seiner Mittagspause kosten. Wie wird sich Herr Meier entscheiden?

Der Schwager von Herrn Meier, Herr Müller, ist auch bei der Polizei. Er stellt Verkehrssündern Bußgeldbescheide aus, welche die Behörde den Betroffenen neuerdings elektronisch zustellt. Mittels der auf den Bescheiden verzeichneten Ausstellungszeitpunkte lassen sich die Überstunden von Herrn Müller nachvollziehen. Das wäre Herrn Müller gar nicht so recht, auch er hat da wohl etwas geschummelt.

Aufgrund einer „Panne“ sind die 1432 fraglichen Bescheide leider von allen Behördenrechnern gelöscht wurden. Nur die Empfänger haben sie möglicherweise noch auf ihren Rechnern in ihren Wohnzimmern, Arbeitszimmern oder wo auch immer gespeichert. Da sich Herr Müller sehr gut mit seinem Schwager, Herrn Meier, versteht, fragt er ihn bei einem Bier, ob er da nicht was für ihn tun kann. Wie wird sich Herr Meier entscheiden?

Wohin die Reise geht

31. August 2008

Die CDU wird auch von Tag zu Tag widerlicher. In einem Rechtsstaat hätte der Verfassungsschutz da schon lange mal reingeleuchtet. Vize-CDU-Chef Wulff bezeichnet es als Terrorismus:

  • mit einem gemeinnützigen Verein zusammenzuarbeiten(!), der Menschen zu ihrem Grundrecht eines gerichtlichen Beistandes verhilft,
  • Fußballfahnen zum Stückpreis von 0,79 Euro kaputtzumachen,
  • Kurt Tucholsky zu zitieren.

Prima, Herr Wulff. Ich fürchte mich in Deutschland, weil ich ahne, wohin die Reise mit Leuten wie Ihnen geht.

Ein kleiner Snack

30. August 2008

Die Bahn geht an die Börse. Sicher wird das ein Riesenerfolg, genauso wie die T-Aktie damals.

Einen kleinen Vorgeschmack, was da auf uns zukommt, gibt es ab Dezember: Als Börsenunternehmen muss man selbstverständlich alles zu Geld machen, auch die Kundendaten. Es dürfte sicher für Werbepartner (und nicht nur für die) interessant sein, wer wann wohinfährt und wie oft.

Die Datensammelei klappt natürlich nur, wenn der Kunde seine Fahrkarten nicht mehr anonym gegen Bargeld am Schalter kauft. Um dem einen Riegel vorzuschieben, führt die Bahn jetzt ein Strafgeld für anonymen Ticketkauf ein („Servicegebühr“). Der Spiegel geht auf diesen Aspekt leider nicht ein. Hat denn das keinen Nachrichtenwert? (um mal einen Satz aus dem heutigen Trackback zu klauen).

2,50 Euro sind immerhin ein kleiner Snack. Manche Leute verkaufen ihre Privatsphäre schon für weniger. Z. B. das Versprechen, nach 8000 Euro Umsatz einen kleinen Toaster oder eine einfache Kaffeemaschine geschenkt zu bekommen.

Aus der Gerüchteküche

5. Juli 2008

Das neue Truecrypt 6.0 kann Betriebssysteme so verstecken, dass ihre Existenz nicht bewiesen werden kann.

Unbestätigten Gerüchten zufolge funktioniert dieses Feature allerdings nur mit Hurd.