23. November 2007
Paul, von den Nachbarn respektvoll Mr. Paul genannt, hat es geschafft im Leben: Er ist stellvertretender Manager eines Vier-Sterne-Hotels, hat eine wundervolle Frau, drei süße Kinder und ein nettes Eigenheim. Natürlich ist sein Leben nicht ganz ohne Stress: er muss seinen Angestellten beibringen, was Stil ist (kubanische Zigarren) und dass Arbeit mehr ist als mit der Empfangsdame zu schäkern. Außerdem sind da noch jede Menge Generäle und Geschäftsleute, deren Gefälligkeit es sich mit kleinen Aufmerksamkeiten (daher die Zigarren, nebst schottischem Whisky) zu sichern gilt.
Aus diesem Stoff hätte Regisseur Terry George sicher eine schöne Komödie machen können, wäre da nicht ein kleines, aber bedeutendes Detail: Pauls Hôtel des Mille Collines steht nicht irgendwo, sondern in Kigali, Ruanda. Und die Geschichte spielt nicht irgendwann, sondern im Jahre 1994, in dem Hunderttausende Tutsi von Hutu-Extremisten ermordet wurden und Millionen Flüchtlinge das Weite bzw. eine sichere Zuflucht suchten.
Und so muss sich auch bald Paul, der selbst Hutu ist und mit einer Tutsi verheiratet, entscheiden: zwischen der Gefahr, als Verräter ebenfalls getötet zu werden, und dem sicheren Tod für die über 1000 Tutsi, die er im nach der Flucht des Managements jetzt von ihm geleiteten Hotel Ruanda versteckt hält, wählt er das kleinere Übel und lässt (unter Einsatz der letzten Whisky-Reserven) noch einmal seine Kontakte spielen.
Neben dem großartigen Don Cheadle spielen in kleineren Rollen Nick Nolte als ein vom Stillschweigen der Weltöffentlichkeit desillusionierter UN-Offizier („Gratulieren? Sie sollten mir ins Gesicht spucken!“) und Jean Reno als belgischer Besitzer der Hotelkette.
Der Film kommt ohne direkte Grausamkeiten des Völkermords zu zeigen aus und ist deshalb erträglich. Neben einiger humorvoller Stellen („Ein Volkswagen!?“) gibt es natürlich auch was fürs Herz. Auf jeden Fall sind Taschentücher mitzuführen.
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16. November 2007
Wir hatten den ’größten Feldherrn aller Zeiten’, den GröFaZ, und jetzt kommt die größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten.
an diesen Worten unseres (Noch-)Innenministers hätten Schmidt & Pocher sicher ihre helle Freude gehabt.
Ich habe heute den Berliner Anwalt Meinhard Starostik beauftragt, die geplante Verfassungsklage gegen die Vorratsdatenspeicherung auch in meinem Namen einzureichen.
Ich hoffe ernsthaft, dass sich die Ermittlungsakte gegen das deutsche Volk so doch noch verhindern lässt. Das scheint mir nicht ganz hoffnungslos: Das Bundesverfassungsgericht hat schon beim Großen Lauschangriff Erstaunliches geschafft.
Falls es schiefgeht, sollte man mal drüber nachdenken, ob sich die Gesetzgebung noch an die verfassungsmäßige Ordnung hält oder ob sie schon im Begriff ist, diese abzuschaffen; und falls ja, ob man dann mit GG Art. 20 Abs. 4 weiterkommt.
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4. November 2007

Der Deutsche Bundestag wird voraussichtlich am 9. November(!) über die Verschärfung der TK-Überwachung und die Vorratsdatenspeicherung abstimmen.
Um noch in letzter Minute den Druck zu erhöhen und den Entscheidungsprozess zu beeinflussen, ruft der AK Vorratsdatenspeicherung am 6. November zu bundesweiten, dezentralen Protestkundgebungen auf.
Die Ortsgruppe Dresden des AK Vorrat organisiert am 06. November 2007 in der Zeit von 17:00 bis 19:00 Uhr eine Kundgebung in Dresden mit dem Motto „Freiheit statt Angst - für Grundrechte gegen Überwachung“. Ort der Kundgebung: Dr.-Külz-Ring – Ausgang Altmarktgalerie
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1. November 2007
„Sind Sie vielleicht John Wayne? Oder bin ich das?“ – zwei Fragen, die dem jungen Rekruten J.T. Davis einen Faustschlag in den Magen und den Spitznamen Joker einbringen. Und das wird noch eines seiner angenehmsten Erlebnisse in den nächsten Wochen und Monate werden…
Neben „Full Metal Jacket“ zeigt Arte im November 10 weitere Filme des Regisseurs, für den das Filmemachen vor allem eines war: Perfektionismus bis ins letzte Detail, teilweise bis zur Erschöpfung (vor allem der Schauspieler).
Die Zeit schrieb:
Die Verblüffung der Kubrick- Gemeinde über Symptome der Fehlbarkeit ihres Meisters wurde vor fünf Jahren nur gesteigert durch die Nachricht, er sei gestorben.
Alle Filme von Stanley Kubrick kann man sich getrost als DVD kaufen: Man kann/wird/muss sie mehrmals sehen, um wirklich alles gesehen bzw. verstanden zu haben.
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30. Oktober 2007
Wieder mal ein schöner Film von Terry Gilliam. Schön heisst hier natürlich: schön düster. Gilliam zeigt Grimms Märchen mal aus einer anderen Perspektive.
Das ganz erinnert ein wenig an Pans Labyrinth, kommt aber eine Spur leichter daher. Der Film ist von 2005, wieso sehe ich ihn erst jetzt?
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20. Oktober 2007
Der Billigfluganbieter Germanwings unterlegt seine Werbespots zur aktuellen Aktion „Oktoberrevolution“ mit der Nationalhymne der Sowjetunion.
Dem Geschichtsauskenner rollen sich die Zehennägel hoch, wurde die Hymne doch 1943 komponiert, ganze 25 Jahre nach besagter Revolution.
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16. Juni 2007
Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch:
Armageddon – Das jüngste Gericht
Das glaube ich gerne.
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13. Juni 2007
Als Ingenieur hat man ja einen gewissen Ruf als Korinthenkacker weg.
Deshalb kurze Sprachlosigkeit heute in einer geisteswissenschaftlichen Zweigbibliothek (Präsenzbibliothek, also keine Ausleihe). Auf meine Frage an der Auskunft, ob man hier seine Bücher (von anderer Zweigstelle) verlängern könne, kam prompt die Antwort: „Wenn sie nicht vorbestellt sind“.
War übrigens Rechtswissenschaften. Hätte man sich auch denken können.
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12. Juni 2007
Endlich gibt es das und das mal zu einem vernünftigen Preis (ca. 1 Euro je Folge). Da ist der Sommer gerettet, Wetter egal.
TNG ist ganz interessant, ich hatte das ja bisher immer etwas ignoriert. Aber die Serie hat etwas, was man aktuell eher selten sieht: Optimismus. Nicht nur, dass Sektor 001 im 24. Jh. noch existiert, sondern auch, dass man versucht, sich weiterzuentwickeln.
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11. Juni 2007
und wer den gleichnamigen Toten-Hosen-Song nie richtig verstanden hat, sollte endlich mal das Buch dazu lesen: A Clockwork Orange.
Ist allerdings nichts für zarte Gemüter. Zum Inhalt nur soviel: Als Computerspiel wär’s schon längst verboten worden.
Das ganze sollte unbedingt in Originalsprache genossen werden, und damit das nicht allzu stressig wird, gibt’s von Reclam eine schöne Ausgabe komplett mit Erklärungen.
In meiner liegt noch der Kassenzettel der Frankfurter Bahnhofsbuchhandlung (2003). Diese Stadt sah ich gelegentlich aus beruflichen Gründen. Naja, so war’s wenigstens nicht ganz umsonst.
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