Archiv für April 2007

Nicht mehr beschlussfähig

Sonntag, 29. April 2007

Zu der Aktion auf und im Bundestag gibt es jetzt ein Statement. Thema: „Der Bundestag ist gescheitert“. Das kann man mal lesen, auch wenn das an einigen Stellen etwas floskelhaft daherkommt.

Im Bundestag ging es an dem Tag übrigens um Familienpolitik. Da weder genug Abgeordnete noch Familienministerin von der Leyen erschienen waren, brach Thierse die Sitzung ab und schickte alle ins Wochenende.

Der größte Trick

Samstag, 28. April 2007

Eben kommt mir eine geniale Idee für einen Film:

Ein kleinkrimineller Innenpolitiker wird von einem Ermittlungsausschuss verhört, wieso er andauernd das Gesetz verletzt. Er sagt aus, dass er doch nur Angst hat vor dem unberechenbaren Topterroristen aus dem Nahen Osten und sich und uns alle vor ihm schützen will. Er tischt ihnen immer blutrünstigere Geschichten über diesen ominösen Superverbrecher auf. Die Ermittler glauben ihm und lassen ihn weitermachen, gewähren ihm sogar Immunität vor den Strafbehörden. Am Ende kommt raus, dass es diesen geheimnisvollen Topkriminellen gar nicht gibt und der Typ sich dass alles nur ausgedacht hat, um seine ganz eigenen Ziele durchzusetzen.

Eine Textzeile hab ich auch schon:
„Der größte Trick, den der Teufel je gebracht hat, war die Welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht.“

NACHTRAG: Mist, den Film gibts schon.

Funker Moll

Donnerstag, 26. April 2007

Berufssoldaten der Bundeswehr sind einer Studie zufolge mit ihrer beruflichen Situation äußerst unzufrieden. Wie auch Funker Moll feststellen muss:

Men in Black

Donnerstag, 26. April 2007

Laut Sicherheitschef Schäuble sollen die ganzen krassen Überwachungsmaßnahmen ja nur bei besonders schweren Verbrechen wie Mord, Totschlag oder terroristischen Anschlägen eingesetzt werden. Und natürlich bei Scheinehe. Und sicher bald auch bei falschrum parken.

Good Cop/Bad Cop

Mittwoch, 18. April 2007
Zypries: Good Cop Schäuble: Bad Cop
Foto: REGIERUNGonline/Gebhardt Foto: AFP

Jetzt regen sich gerade alle (mit Recht) über den Rollstuhl-Mielke auf, der ja die Verfassung nur in die Tonne kloppt, weil er doch alle liebt, alle Menschen.

Und während vorne der Psychopath alle ablenkt, führt die Zypries hintenrum die Totalüberwachung des Volkes ein.

Diese Politiker sind gar nicht so dumm, wie man immer denkt.

Der Dumme ist am Ende jemand ganz anderes.

T.I.A.-Trilogie

Donnerstag, 12. April 2007
Blood Diamond Lord of War Foto: Last King of Scotland
Foto: Warner Bros Foto: Lions Gate Films Foto: Fox Warner

Drei Filme zu einem Thema: „T.I.A. – This is Africa“, wie es Danny Archer in „Blood Diamond“ einmal auf den Punkt bringt.

In diesem Film geht es um den Stoff, aus dem die Kriege sind: Diamanten, von Sklavenarbeitern wie Solomon (Djimon Hounsou) aus dem Fluss gefischt, bezahlen die Waffen, mit denen dann Kindersoldaten wie Solomons Sohn Menschen töten. Einen besonders wertvollen Diamanten liefert Solomon nicht ab, sondern vergräbt ihn am Ufer. Dadurch hat er dann ein paar zwielichtige Gestalten wie Danny Archer (DiCaprio) am Hals, während er eigentlich lieber seinen anderen Schatz, seine Familie, wiederfinden will.

In „Lord of War“ sehen wir eine jener Geschäftemacher, der die AK 47s, „die wahren Massenvernichtungswaffen“, wie es einmal im Film heisst, auf den Kontinent schmuggelt und sich mit Blutdiamanten bezahlen lässt. Die Titelsequenz zeigt im Schnelldurchlauf die Welt aus der Sicht einer Gewehrkugel: von ihrer Herstellung in der osteuropäischen Munitionsfabrik bis zu ihrer „Bestimmung“ im Kopf eines afrikanischen Kindersoldaten. Nicolas Cage als Yuri Orlov glänzt hier vor allem durch jede Menge herrlich zynischer Sprüche.

„Der letzte König von Schottland“ ist im Gegensatz zu den beiden anderen, ein eher ruhiger, ins psychologische gehender Film. Er handelt von einem jungen schottischen Arzt, der das Abenteuer sucht und zum Leibarzt von Ugandas Diktator Idi Amin aufsteigt. Zu sehr ist er von diesem tollen Leben fasziniert und erkennt lange nicht, oder will es nicht sehen, was eigentlich in Wirklichkeit um ihn herum vorgeht. Dann ist es jedoch schon zu spät für ihn, aus eigener Kraft noch aus der Sache herauszukommen.

Alle Filme am besten in der englischen Originalfassung schauen.

Nachtrag:

In allen drei Filmen spielen natürlich schöne Frauen mit (Jennifer Connelly, Bridget Moynahan, Kerry Washington).

Ostern ist vorbei

Dienstag, 10. April 2007

und durch Zufall bin ich soeben auf diesen krassen Bug gestoßen: Root-Zugang durch Fehler in Solaris-Telnet. Bin ja zum Glück kein Solaris-Admin, deshalb lache ich da auch nur drüber, obwohl das eher zum in-die-Tischkante-beißen ist, wenn man sich das mal genauer anschaut.

Aber wenn ich einer wäre und würde diese Meldung heute zum ersten Mal lesen, würde mir ganz schön der Arsch auf Grundeis gehen.

Was das mit Ostern zu tun hat? Im Wort rOOt sind zwei Ostereier versteckt. Muhahaha.

Lieblingszitat

Donnerstag, 5. April 2007

aus „Borat: Kulturelle Lernung von Amerika, um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen“:

Borat (nach Rückkehr ins Heimatdorf) über seinen Nachbarn:

Das sein Nursultan Tulyakbay, er immer noch Arscheloch. Ich gekriegt iPod, er nur gekriegt iPod mini. Aber ist nur für Mädchen, weiß jeder.

Von dem Film an sich hatte ich mir mehr erwartet, aber das lag vielleicht auch nur an mir. Ich hatte halt gedacht, man würde so einen Borat zu sehen bekommen, wie man ihn aus der Ali G. Show kennt: peinlich in jeder Situation. Im Film war er zwar peinlich in jeder Situation, aber irgendwie anders. (Ja ich weiß, aber ich kann das jetzt nicht besser ausdrücken.)

Die „Deleted Scenes“ haben es dann am Ende aber doch rausgerissen (die heißen hier natürlich: „Footage Remove from Moviefilm by Decree Kazakhstan Ministry of Censorship“).

Und die Kauf-DVD kommt natürlich in Gestalt einer selbstgebrannten Raubkopie mit ausschließlich russischsprachiger DVD-Hülle daher.

Die Zeit freundlicher Kritik geht zu Ende

Donnerstag, 5. April 2007

Einige meiner Zeitgenossen (auch Leute, die ich kenne) sehen ja immer noch nicht, wie schlimm das alles schon ist mit der Abschaffung der Bürgerrechte. Hier hat das mal einer kurz zusammengefasst. Und das ist nicht irgendein linker Spinner, sondern der war mal Bundestagsvizepräsident und Innenminister.

Und weil wir gerade dabei sind:

Bürgerrechtler rufen bundesweit zur Teilnahme an einer Demonstration gegen die ausufernde Überwachung durch Staat und Wirtschaft auf. Am Samstag, den 14. April 2007 werden besorgte Bürgerinnen und Bürger in Frankfurt am Main unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ auf die Straße gehen. Treffpunkt ist der Hauptbahnhof um 15 Uhr. Der Protestmarsch durch die Stadt wird mit einer Kundgebung vor der Paulskirche enden.

2057: The Year We Make Coffee

Sonntag, 1. April 2007
Ausschnitt ARTE TV   Ausschnitt ARTE TV

In der sehr interessanten Zukunftsdoku „2057 – Unser Leben in der Zukunft“ zeigt uns ARTE, wie die Welt in 50 Jahren aussieht:

Die Amis und Chinesen dürfen auf der Weltraumstation die wichtigen Energieprobleme der Menschheit lösen (was sie dann auch nur aufgrund einer Schlampigkeit hinkriegen), während die Deutschen wiedermal das Bodenpersonal stellen und so tolle Sachen wie Hausmeistertätigkeiten und Kaffeelieferdienste übernehmen müssen: Schöne neue Welt!

Kleines Detail am Rande: weder Blue-ray noch HD DVD oder irgend so ein Kopierverhinderungsformat hat sich durchgesetzt, sondern die gute alte 3,5er Floppy (siehe Bild). Raumschifftechnologie, und sie ist jetzt schon lieferbar!